Kalenderblatt vom 21. Oktober 2018

Losung

Ich pries die Freude, dass der Mensch nichts Besseres hat unter der Sonne, als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Das bleibt ihm bei seinem Mühen sein Leben lang, das Gott ihm gibt unter der Sonne.

Prediger 8,15

Lehrtext

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

1.Timotheus 4,4

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 21. Oktober 2018 bis Samstag, 27. Oktober 2018

Wochenspruch

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Röm 12, 21)

Feiertag

21. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Rüstung ist das Reizwort des Episteltextes für den 21. Sonntag nach Trinitatis. „Liebet eure Feinde“, wird Jesus von Matthäus in der Evangelienlesung zitiert. Von Gottes „Gedanken des Friedens“ spricht der Prophet Jeremia in den für die Lesung aus der Hebräischen Bibel gedachten Versen seines Buches.
Doch was sich zunächst zu widersprechen scheint, entpuppt sich als gemeinsamer roter Faden: Gottes neue Welt des Friedens. Indem der Schreiber des Epheserbriefes die weltlich-militärische Sprache benutzt, gibt er sie zugleich der Lächerlichkeit preis. Rüstung, Panzer, Speere, Schilde sind nicht Gottes Mittel, um Frieden zu schaffen, und so auch nicht die derer, die seine Zukunft teilen.

Thema

Die geistliche Waffenrüstung

Jer 29, 1.4-7.10-14

1 Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte 

4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:

5 Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte;

6 nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.

7 Suchet der Stadt Bestes,dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.

10 Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.

11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören.

13 Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,

14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.

Andacht der Woche

Andacht zum 21. Sonntag nach Trinitatis (Männersonntag)

„... das Gute aber behaltet (1. Thess. 5,21) – Beweglich Bleiben“

Wo ist Marschewski? „Hast Du Marschewski gesehen? Den treffe ich gar nicht mehr. Früher war er immer dabei. Aber seit seine Frau tot ist, kommt er nicht mehr. Ob es den überhaupt noch gibt?“

Als ob die Zeit über ihn hinweggegangen wäre! Dabei gibt es Informationen über alles. Wir haben das Wissen der ganzen Welt. Jede Frage lässt sich googeln. Mit dem Smartphone haben wir Auge und Ohr überall. Jederzeit eine private Mitteilung, die neueste Werbung, eine Wetterwarnung und die aktuellste Schlagzeile. Schnell gesehen und schon wieder weg. Oder antwortbedürftig, egal ob es passt. Schöne neue Welt! Wir schwimmen darin mit. –

Aber wo ist Marschewski? 

Was Digitalisierung bedeutet, ist kaum noch zu begreifen. Wir sind alle ein Teil davon, aber gleichzeitig ist alles viel größer und undurchschaubar. Ich verstehe kein Dark-Net, misstraue den Nachrichten, vermute überall Manipulationen. Ich weiß nicht, ob mich einmal ein Roboter pflegen wird, ein Reagenzglasherz für mich gezüchtet wird und mein Auto mich allein fährt. Wie werde ich arbeiten, wenn die Hallen menschenleer sind? Wie kommunizieren, wenn an der anderen Seite

eine Computerstimme spricht? Wie real ist die Virtualität? –

Und wo ist Marschewski? 

„Prüft alles, aber das Gute behaltet.“ Ich fürchte schon, dass ich diese Wahl nicht mehr habe. Es ist ja nicht ein Fluss, in dem ich entscheide, ob ich mitschwimme. Sondern es ist ein Strom, der jeden mitreißt, der sich nicht bewusst fernhält. Was gut ist, lässt sich schwer ausmachen. Beweglich sein oder beim Alten bleiben? Manche werden abgehängt, obwohl sie eigentlich mitkommen wollen.

Andere steigen aus, weil es ihnen zu schnell geht. Einigen entgleitet im Veränderungsstrom, was sie selbst sind. Und andere krampfen sich daran fest, was ihnen Halt gibt. Darf ich noch von Heimat sprechen, der ich zugleich Europäer sein will und eigentlich schon Weltbürger bin? Was wird mir vertraut bleiben? Wo kann man noch zu Hause sein? Wer kann überhaupt noch sagen, was gut ist? –

Und wo ist Marschewski? 

„Gut ist nur einer“, sagt Jesus, „und der sieht euch an.“ Es heißt, er geht voran und folgt uns nach. Und es heißt von den Menschen: „Da gingen sie miteinander.“ Wir haben das Beispiel, wie dem, der nach oben blickt, zugleich die Menschen in den Blick geraten. „Seid so unter euch gesinnt, wie er es war“, wird weiter gesagt. Gut ist, Gott zu lieben und den Nächsten wie dich selbst. Gut ist, Frieden zu schaffen und siebzigmal siebenmal zu vergeben. Gut ist, gastfrei zu sein und dem zu helfen, der unter die Räuber gefallen ist. Gut ist, dem zu folgen, der sich selbst für uns gibt. Gut ist, dieses Beispiel im Herzen zu bewegen und sich davon leiten zu lassen.

Marschewski ist zu Hause. Über den Gartenzaun war er zu sehen. Sein Leben ist kleiner geworden ist. Es treibt ihn nichts mehr. Er will nirgendwo mehr hin. Aber er wirkt zufrieden. Freudig überrascht ist er, als es klingelt. „Dass jemand noch an mich denkt“, lacht er. „Es scheint ein guter Tag zu werden.“ – Das bleibt. Wir werden gesehen und sehen einander ganz analog von Auge zu Auge. Nicht in virtueller Realität, sondern mit den Füßen auf der Erde. Die gewaltigen Bewegungen, die uns umspülen, sind dazu kein Widerspruch. Denn in allem, was uns und die Welt verändert, werden wir dabei bleiben, dass Gott uns sieht.

Und bleiben wird uns, dass wir einander sehen. Hoffentlich nicht auf Schritt und Tritt ausgespäht, überwacht und verfolgt. Aber über viel weitere Distanzen bemerkt, als es einmal möglich war, zugleich viel genauer wahrgenommen, als wir es bisher kannten. Und wir selbst sehen neue Zusammenhänge, die uns nicht bewusst waren. Wir erleben eine Vielfalt, die sensationell ist, und verbinden uns auf eine Weise, die fasziniert. Alles hängt zusammen. Das Entfernteste rückt näher. Alles greift ineinander. Mit den neuen Sensoren reicht der Blick weiter und wird genauer. 

Wenn uns das Gute gelingt, wird es ein verantwortlicher Blick sein, den wir auf die Welt haben. Wenn es gut geht, gerät jeder einzelne dabei nicht ins Fadenkreuz, sondern findet Aufmerksamkeit. Prüft alles. Aber den guten Blick füreinander – im Sinn Gottes - behaltet!

Pastor Henning Busse

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen Losungen

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Julia Heyde de López

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Morgenandacht

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Obwohl jeder dritte Deutsche gerne öfter in den Arm genommen werden würde, sind Zärtlichkeiten in unserer schnelllebigen Gesellschaft selten. Die Morgenandacht von Felix Bernard.

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Wochenlied

Ach Gott, vom Himmel sieh darein (EG 273) und Zieh an die Macht, du Arm des Herrn (EG 377

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